Die Besteuerung des geldwerten Vorteils aus der Ausübung von Aktienoptionen

 

Die Finanzverwaltung hat von Anfang an die Besteuerung bei Ausübung der Option verlangt. Zwar muss sich der Fiskus zunächst bis zur Ausübung der Option gedulden, doch dann klingelt die Kasse.

Eine Doppelbesteuerung kann dann entstehen, wenn die steuerlichen Regelungen des Auslands nicht mit den deutschen übereinstimmen. So geschehen am Der Tatbestand für die Erzielung von Einkünften aus nichtselbstständiger Tätigkeit kann auch nur persönlich verwirklicht werden, mit Übertragung auf einen Dritten endet der Veranlassungszusammenhang.

09.11.2009 |Arbeitnehmeraktienoptionen

Der Bundesfinanzhof hat sich grundsätzlich für einen Besteuerung bei Einlösung der nicht handelbaren Option und somit für eine Besteuerung bei verbilligtem Aktienbezug ausgesprochen. Zwangsläufig kommt es zu keiner Besteuerung beim Einräumen der Option durch den Arbeitgeber.

Der Entscheidung lag folgender Sachverhalt zugrunde: Der Kläger war Geschäftsführer einer GmbH und als solcher erfolgreich tätig. Daher gewährte ihm sein Arbeitgeber mit Vertrag vom Die Optionen konnten zwischen dem 1. Andere Verfügungen über das Optionsrecht waren unzulässig. Mit Schreiben vom Das Finanzamt erfasste in einen Betrag von Dies erscheint konsequent, da mit der entgeltlichen Übertragung auf einen Dritten der in der Option enthaltene wirtschaftliche Wert realisiert wird.

Das erstinstanzliche entscheidende FG München Urteil vom Da es sich bei der Übertragung der Optionen auf die Z-GmbH aus seiner Sicht um eine verdeckte Einlage handelte, kam es konsequenter Weise zur Ablehnung eines steuerpflichtigen Zuflusses.

Einen Rechtsmissbrauch konnte es nicht erkennen. Denn auch eine verdeckte Einlage eines dem Arbeitnehmer von dessen Arbeitgeber eingeräumten Optionsrechts sei eine Verwertung, da das Recht auf einen anderen Rechtsträger übertragen werde. Auch der BFH konnte einen Rechtsmissbrauch nicht erkennen. Arbeitnehmer-Aktienoptionen haben steuerlich an Attraktivität verloren, seitdem der BFH in erstmalig entschieden hat, dass der Gewinn aus der Ausübung der Option als Einnahme aus nichtselbständiger Tätigkeit zu versteuern ist.

Dennoch sind Aktienoptionen insbesondere im Venture Capital-Bereich, aber auch bei angelsächsischen Unternehmen gängiger Bestandteil von Managementvergütungen. Damit scheidet die Anfangsbesteuerung aus, so dass sich die Finanzverwaltung im Ergebnis mit ihrer "Taube-auf-dem-Dach"-Strategie durchgesetzt hat. Aus der Sicht der Steuerpflichtigen bedeuten die Urteile des BFH, dass sich der vermeintliche Reichtum fast halbiert, da der Fiskus über die progressive Einkommensteuer an den Kursgewinnen beteiligt ist.

Besonders problematisch wird es, wenn der Kurs der Aktien zwischen Zufluss der Einkünfte und dem Fälligkeitstermin der Einkommensteuerschuld stark gefallen ist. Dann reicht der Erlös aus dem Verkauf der Aktien möglicherweise nicht einmal zur Tilgung der Steuerschuld aus. Sein Grundgehalt beträgt Anfang des Jahres 01 erhält er von der X-AG 1. Die Ausübung der Optionen steht unter dem Vorbehalt, dass A am 1.

A übt die Optionen am Zu diesem Zeitpunkt beträgt der Kurs Euro je Aktie. A "verdient" Euro je Aktie, d. Stattdessen kauft A am Es macht im Hinblick auf die Steuerbelastung also keinen Unterschied, ob A einen Barausgleich erhält oder die Option durch den Ankauf von Aktien ausübt. Reicht dieses nicht zur Begleichung der Lohnsteuer aus, schuldet A die Steuer und muss sein Erspartes angreifen. Bei dieser Gestaltung war zunächst streitig, ob der spätere Ausübungsgewinn überhaupt der deutschen Lohnsteuer unterliegt.

Dieser Streit ist mittlerweile geklärt: Damit entsteht dieselbe Frage wie bei der Einräumung von Optionsrechten durch einen inländischen Arbeitgeber: Kommt es zur Anfangsbesteuerung bei Optionseinräumung oder führt erst die spätere Optionsausübung zu Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit Endbesteuerung?

Auch hier greift grundsätzlich die Endbesteuerung im Ausübungszeitpunkt, und zwar nicht nur wenn die Optionen unübertragbar und verfallbar sind nontransferable and forfeitable , sondern auch bei von Anfang an übertragbaren Aktienoptionen. Hat der Arbeitnehmer aber einen Teil der Arbeitsleistung, die mit der Option honoriert wird, im Ausland erbracht, kann u. Eine zeitanteilige Aufteilung der Einkünfte kommt in Betracht, wenn der Steuerpflichtige im Zeitraum zwischen Optionseinräumung und erstmals möglicher Optionsausübung im Ausland gearbeitet hat z.

In einem solchen Fall sollte man vorsichtshalber seinen Rechtsanwalt oder Steuerberater einschalten, damit dieser die Rechtslage prüfen und eine etwaige Überbesteuerung verhindern kann. Die eigentliche Zielsetzung besteht aber ebenfalls in der Motivation der Arbeitnehmer. Auch hier gilt das Zuflussprinzip, was zur Endbesteuerung führt.

Der lohnsteuerlich relevante Zufluss tritt aber ein, sobald der Arbeitnehmer eine Zahlung oder die Rechtsstellung eines Aktionärs erhält. In der Praxis treten oft Abgrenzungsprobleme auf, wenn die Aktien mit Verfügungsbeschränkungen versehen sind. An der für den Zufluss erforderlichen wirtschaftlichen Verfügungsmacht fehlt es jedenfalls, wenn dem Arbeitnehmer die Übertragung von Aktien nach amerikanischem Recht rechtlich unmöglich ist BFH-Urt. Dagegen können schuldrechtliche Beschränkungen wie z.

Einen Sonderfall der optionsähnlichen Vergütungsmodelle stellen die sog. Management Equity Programs Führungskräfte-Beteiligungsprogramme dar, die immer nur einer ausgesuchten Gruppe von Leistungsträgern angeboten werden. Das Beteiligungsprogramm wird üblicherweise unmittelbar nach der Übernahme eines Unternehmens durch einen Private-Equity-Investor aufgesetzt und bietet Führungskräften die Möglichkeit, sich von Anfang an über ein Treuhandvehikel an der übernommenen Gesellschaft zu beteiligen.

Da die Führungskräfte denselben Kaufpreis entrichtet haben, den der Private-Equity-Investor beim Kauf des Unternehmens bezahlt hat, wird ihnen mit der Teilnahme am Beteiligungsprogramm kein lohnsteuerlich relevanter Vorteil zugewendet.

Die Finanzverwaltung hatte den Erwerb des wirtschaftlichen Eigentums verneint und den auf die Führungskräfte entfallenden Exit-Erlös als voll steuerpflichtigen Lohn behandelt.

Auch die Revision der Finanzverwaltung war erfolglos.